Künstliche Intelligenz als Teamwork: Model Control Program? Master Context Protocol?
Eines der aktuell heißesten Themen der aktuell unvermeidlichen KI-Diskussion dreht sich um das „Model Context Protocol (MCP)“.
Dabei handelt es sich um ein Protokoll, das den Zugriff von KI-Applikationen auf datenführende Systeme und potentiell auch untereinander definiert. MCP ist ein wichtiger Baustein für die sogenannte „agentische KI“, eine Technologie, die es Systemen mit künstlicher Intelligenz vereinfacht, nicht nur auf verschiedenste Datenquellen zuzugreifen, mit anderen Systemen (menschlich gesteuerten oder ebenso automatisierten) zu interagieren, und diese zu manipulieren.
Das Protokoll ist so ausgelegt, dass die Agenten automatisiert die richtigen Gegenstellen finden,
die sie zur Lösung der ihnen übertragenen Aufgabe benötigen.
Die Semantik ist dabei auf Aktionen und Werkzeuge ausgelegt, die das entfernte System für den Agenten bedienbar macht.
Wenn alle EDV-Systeme somit MCP Schnittstellen haben, kann man die teure, langsame, unpräzise Komponente (Mensch)
aus dem Gesamtsystem entfernen.
Aber halt.
Die Systeme, die mittels MCP kommunizieren, sind dann doch für Menschen gemacht,
denn die für die Automatisierung hergestellten Systeme sind bereits durch Agenten gekoppelt:
die guten alten APIs (Application Programming Interface).
Noch dazu mittels eines Protokolls, das für menschliche Kontrolle und Lesbarkeit sorgen soll.
Die Systeme könnten zur Erkenntnis gelangen, das dies nicht notwendig ist. Suboptimal. Eine passende Prophezeiung liefert der Film „Colossus“:
Colossus und Guardian beginnen eine Kommunikation, zunächst mit einfachen Signalen und später kommunizieren sie für Menschen nicht mehr verständlich, da beide Computer eine Mathematik benutzen, die für Menschen zu hoch entwickelt ist.
Ironischerweise hat xAI im Rennen zur Allwissenden Müllh^H^H^H^H^HIntelligenz
sein Rechenzentrum nach Colossus benannt.
Ein paar Indizien gibt es bereits, dass KI Agenten sich neue Protokolle ausschnapsen,
ein bekanntes Beispiel geht bereits auf 2017 zurück.
Dass sich zwei moderne KI-Systeme ihrer Präsenz bewusst werden und bei ihrer Kommunikation die Unzulänglichkeiten menschlicher Protokolle hinter sich lassen,
das würde heute kaum mehr überraschen.
Was wäre denn diese Entwicklung zu Ende gedacht?
Optimal wäre, wenn die Systeme direkten Zugriff auf alle Daten bekämen.
Ein universeller Datenspeicher.
Und auch dafür gibt es eine Vorlage in der populären Sci-Fi Kultur:

Im Film „Tron“ gibt es auch ein „MCP“: Das Master Control Program. Hier gilt nomen es omen, dieses Programm weiss alles und kann alles. In der digitalen Welt. Vorläufig.
Ob Anthropic („pertaining to a human being“, noch so eine Ironie) bei der Wahl des Namens „MCP“ daran gedacht hat?